„Eggerts, wir müssen reden!“ - Heute: Fokussierung im Coaching

Fokussierung im Coaching: Wie wir im Gespräch vom Themenwirrwarr zur Klarheit finden

Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in einer hochdynamischen, manchmal überwältigenden Gemengelage: Unterricht, Klassenführung, Teamabsprachen, Leistungsbewertung, Elternarbeit, digitale Anforderungen, eigene Gesundheit, persönliche Erwartungen.

Coaching wird hier zu einem Raum, in dem all das auftauchen darf, aber auch zu einem Raum, in dem Orientierung entsteht. Fokussierung ist deshalb eines der wirksamsten Elemente im Coaching-Prozess. Sie ist nicht das Wegdrücken von Themen, sondern das Formulieren von Relevanz. Und sie ist vor allem: ein Moment der Selbstführung.mIn diesem Beitrag zeige ich, wie Lehrerinnen und Lehrer im Coaching zu mehr Klarheit finden – und wie Coaches Fokussierung als systemisches Werkzeug einsetzen können:

Abschweifen ist kein Zeichen mangelnder Konzentration. Es ist ein Hinweis: Das kommunikative System bringt neue Informationen ein. Deshalb beginne ich bei Exkursen oft mit der Frage: „Was will Ihnen dieses neue Thema eigentlich zeigen?“ Diese einfache systemische Intervention verschiebt den Blick: Nicht der Inhalt steht im Vordergrund, sondern seine Funktion. Viele Lehrerinnen und Lehrer erkennen dadurch, dass „Abschweifen“ ein Ausdruck innerer Priorität oder innerer Spannung ist.

Eine zweite Leitfrage schafft zusätzliche Orientierung: „Woran würden Sie merken, dass wir gerade am richtigen Thema sind?“ Im Alltag erleben Lehrkräfte oft, dass vieles gleichzeitig drängt. Diese Frage stärkt ihr inneres Navigationssystem – eine Ressource, die sie in Gesprächen mit Klassen, Eltern oder Kollegien täglich benötigen.

Die Ein-Frage-Intervention: Selbstpriorisierung in Echtzeit
Ein zentrales Werkzeug aus der Coaching-Praxis lautet: „Braucht dieses Thema mehr oder weniger Raum?“

Und wenn mehrere Gedankenthemen gleichzeitig auftauchen, stellt eine systemische Frage die Weichen: „Was ist der kleinste gemeinsame Nenner aller Themen?“ Diese Frage verwandelt Gedankenchaos in Struktur. In der Praxis zeigt sich schnell: Viele Themen hängen enger zusammen, als man denkt – oft verbunden durch ein tieferes Bedürfnis wie Sicherheit, Wirksamkeit, Klarheit oder Ruhe.

Die Fokus-Arena - Gedanken bekommen eine Struktur: Lehrerinnen und Lehrer jonglieren permanent mit Parallelgedanken: Unterricht, einzelne Schüler, organisatorische Abläufe, didaktische Ideen, Konflikte, Zeitdruck. Die Fokus-Arena ist ein visuelles Werkzeug, das sofort Ordnung schafft:

Innenkreis: Hauptthema
Mittlerer Kreis: Nebenthemen
Außenkreis: Exkurse

Jeder Gedanke bekommt seinen Platz. Nicht jeder darf ins Zentrum. Für viele Lehrkräfte ist diese Erfahrung unmittelbar entlastend: Das eigene Denken wirkt plötzlich geordnet, ohne dass etwas ausgeschlossen wurde.

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